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„Tief berührend“
Tagesthemen

„Ein rührender, witziger und
eindrucksvoller Film“
Der Spiegel

„Fazit: Herausragend“
DEUTSCHLANDFUNK

„Ein wichtiger Film“
SWR KUNSCHT

„Ein exzellenter Dokumentarfilm“
Stuttgarter Zeitung

„Rasend unterhaltsam“
Programmkino.de

SAUACKER erzählt den hindernisreichen Weg von Jungbauer Philipp, der mit viel Verve versucht, den verstaubten Bauernhof seines Vaters zu übernehmen. "Ich mache es my way" lautet seine Devise – Philipp geht aufs Ganze und setzt dabei auch seine Beziehung aufs Spiel. Charmant, witzig und ganz nah am Leben zeichnet dieser Dokumentarfilm die beiden eigensinnigen Helden, die uns durch komische Verwicklungen und die Ironie der wahren Verhältnisse einen kurzweiligen Blick auf die Realitäten unserer Gesellschaft ermöglichen.
„Wachse oder weiche“ wird in den Landwirtschaftsschulen gelehrt: Das Einzige, was auf dem vordergründig idyllischen Hof der schwäbischen Bauersfamilie Kienle verlässlich wächst, sind die Schulden. Der 30-jährige Jungbauer Philipp drängt darauf, auf dem fast 300 Jahre alten Hof alles anders zu machen. Sein Vater Konrad ist skeptisch. Was sie verbindet ist ihre Art, den Betrieb mit verzweifelter Sturheit um jeden Preis zu retten. Die Zeiten sind hart für die bäuerliche Landwirtschaft. Wo soll inmitten der Globalisierung mit Billiglebensmitteln aus aller Welt die Finanzierung für notwendige Veränderungen herkommen? Die Bank will ein belastbares Konzept und Philipps Freundin lieber malen als melken. Doch Bauer Konrad erinnert sich, dass er es selbst schwer gehabt hat, den Hof vor 30 Jahren seinem Vater abzuringen. Jetzt ist es an ihm, die Wiesen und Weiden seinem Sohn anzuvertrauen und es fällt ihm ungeheuer schwer. Erlaubt die geduldige Scholle, neue Konzepte zu verwirklichen? Oder gehört die traditionelle bäuerliche Lebensweise bald der Vergangenheit an? Diese Fragen stellen sich Vater und Sohn in der beeindruckenden Dokumentation aus dem Herzen der Wirklichkeit. Komische Verwicklungen und die Ironie der wahren Verhältnisse lassen den Film zu einem kurzweiligen Blick auf die Realitäten unserer Gesellschaft werden. Ein packender und zutiefst berührender Dokumentarfilm, der ungeahnte Einblicke in eine Lebens- und Arbeitswelt gibt, die still und leise vom Aussterben bedroht ist.
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Foto: Nigin Beck, 2012.
Interview mit Regisseur Tobias Müller


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, den Film „Sauacker“ zu drehen?

Früher drehte sich in meinem Dorf in Baden-Württemberg alles um das Thema Landwirtschaft. Es gab eine Molkerei und selbst meine Großeltern, die Schneider waren, hatten zwei Kühe. Die Makro-Ökonomie wurde durch die Landwirtschaft bestimmt. Es gab alles im Dorf: vom Uhrmacher über den Sattler bis zum Dorfpolizisten. Die Dorfbewohner erwirtschafteten überwiegend ihr Einkommen vor Ort und gaben auch vor Ort ihr Geld wieder aus. Die Bauernfamilien waren vitaler Bestandteil der Dorfgemeinschaft. Nach und nach konnte ich jedoch beobachten, wie viele Bauernhöfe aufgaben. Als dann die letzte Kuh aus dem Dorf verschwand, drängte sich mir die Frage auf, warum die bäuerliche Landwirtschaft, wie ich sie noch kennen und schätzen gelernt hatte, nicht mehr existieren kann. Heute gibt es keine Bauern mehr in meinem Dorf. Die Felder werden verstärkt von einem Landwirt bewirtschaftet, der durch seine Biogasanlage, oder besser gesagt Agrargasanalge, die durch das EEG stark subventioniert wird, deutlich höhere Pachtpreise zahlen kann. Somit haben andere Landwirte peu à peu ihre gepachteten Felder verloren.

Wenn in Berlin oder Brüssel von einigen Lobbyisten Gesetze beschlossen werden, ist die Tragweite oft nicht vorhersehbar. Tragisch ist, dass genau solche Gesetze, bzw. die Übervorteilung eines Produktionssystems Betriebe zur Aufgabe zwingen, selbst wenn sie zuvor zwei Weltkriege, Hungersnöte und viele Jahrhunderte mit der ein oder anderen Katastrophe überlebt haben.

Was mochten Sie an Ihren Protagonisten? Warum haben Sie gerade den alten und den jungen Bauern als tragende Figuren für den Film ausgewählt?

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Ich mochte Bauer Konrad und seinen Sohn Philipp von Anfang an, weil sie sehr sympathische, ja sogar charismatische Menschen sind. Vor allem zolle ich den beiden großen Respekt, weil sie es trotz aller Widrigkeiten geschafft haben, ihr herzliches Lachen und ihren Humor zu bewahren. Mir hat außerdem gefallen, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen und sehr offen und ehrlich waren, auch wenn es um ihre ureigenen Belange ging. Natürlich braucht man als Dokumentarfilmer viel Zeit, um das Vertrauen der Menschen nachhaltig zu gewinnen, aber Sympathie ist schon mal die Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit.

Wie hat sich Ihre Meinung zur bäuerlichen Landwirtschaft im Laufe der Dreharbeiten verändert?

Das seit Jahrzehnten währende Credo Wachse oder Weiche gilt bis heute in der Landwirtschaft. Es hat dazu geführt, dass unsere Lebensmittelproduzenten größtenteils nur noch überleben können, wenn sie ihre Erträge weiter steigern. Wer stehen bleibt ist über kurz oder lang nicht mehr profitabel. Es gibt keinen anderen Industriezweig in Deutschland, der in den letzten Jahrzehnten auch nur annähernd einen so starken Rationalisierungsprozess durchlaufen hat wie unsere Landwirtschaft. Die Folgen dieser Entwicklung sind die Agrarfabriken, in der heute der Großteil unserer Lebensmittel fabriziert wird. Ich würde mir wünschen, dass Bauern und Bevölkerung wieder mehr Berührungspunkte haben. Das tut beiden gut. Dem Bauern, weil er wieder eine Rückkoppelung hat und auch eine direkte Wertschätzung erfährt, die ihn Stolz auf seine Leistung machen kann. Und dem Verbraucher, weil er wieder einen Bezug zur Landwirtschaft erhält. Der Verbraucher erlebt dabei hautnah, woher seine Lebensmittel stammen und wie sie produziert werden: mit sehr viel Herzblut aber auch unter vielen Schwierigkeiten. In manchen Gegenden ist es Landwirten gelungen, über eine Spezialisierung auf Nischenprodukte zu setzen. Sie konnten so ihren Betrieb erhalten.

Wie fanden Ihre Protagonisten, die Bauern, Ihren Film?

Philipp saß mit Manuela bei der Premiere auf dem Festival „Max Ophüls Filmpreis“ in Saarbrücken direkt neben mir und ich konnte beobachten, wie er gleich am Anfang sehr tief im Kinosessel versank. Doch als nach dem Abspann viel geklatscht wurde, machte sich auch bei Philipp die Erleichterung breit. Philipps Mutter hat mir später erzählt, dass Philipp, nachdem er vom Filmfestival in Saarbrücken wieder zurück auf den Bauernhof kam, unheimlich Stolz war.
Gertrud Kienle hatte schon mal versucht, ihren Mann „in Hollywood unterzubringen“, ein gewisses schauspielerisches Talent hätte er auf jeden Fall. Doch das hat mangels Kontakten nicht geklappt, bedauert sie. „Jetzt hast du es aber doch noch geschafft, was du immer wolltest und bist berühmt“, meint Gertrud zu Konrad. Konrad lacht und winkt ab. „Davon melken sich die Kühe im Stall auch nicht einfacher“, kontert er.

Sind Manuela und der Jungbauer Philipp wieder zusammen gekommen?

Leider nein. Manuela betont jedoch, dass sie sich mit Philipp besser versteht als zu den Zeiten, als sie noch auf dem Hof wohnte und mit ihm zusammen war. Manuela hat vor wenigen Wochen in Tübingen angefangen, Musik zu studieren. Und Philipp meinte, er hätte gerade keine Zeit für eine neue Partnersuche. Bei der Filmvorführung auf dem Biberacher Filmfest hat Konrad beim anschließenden Publikumsgespräch die Zuschauer gefragt, ob nicht ein Mädchen dabei wäre, das Interesse am Hof und an Philipp hätte. Daraufhin hat ihm Philipp das Mikrofon schnell aus der Hand genommen. Das Publikum hat sehr gelacht.

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft des Hofes aus?

Konrad Kienle hatte leider Anfang April einen Arbeitsunfall, der gerade noch glimpflich ausging. Er liegt seither im Krankenhaus und wird demnächst operiert. Für einen Hof ist es natürlich eine Katastrophe, wenn der Bauer ausfällt. Damit könnte sich auch für Philipp einen Chance ergeben das Geschehen auf dem Hof stärker zu bestimmen.
Philipp arbeitet immer noch 8 Stunden Schicht im Stahlwerk. Seinen Hausmeisterjob hat er aber aufgegeben, um mehr Zeit für den Hof zu haben.
Um heutzutage einen Hof erfolgreich führen zu können, braucht ein Bauer unbedingt starke Unterstützung durch die Familie. Ich wünsche mir, dass sich die Rahmenbedingungen für kleine Höfe bessern, sodass auch Philipp einen Weg findet seinen Traumberuf Landwirt auszuüben, ohne dass er Tag und Nacht arbeiten muss. ●

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Presseagentur / Material zum Film:
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Sylvia Müller
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M. Schlömer Filmproduktion
Mike Schlömer: 0171 8389193
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Last update: 29.01.2015